freunde der malawi-waisen e.v.

Hände reichen – Initiative ergreifen

Freunde der Malawi-Waisen e.V., die Projekte Hoffnung für Misanjo (HfM) und Mother Elisabet Organic Farming (MEOF)

 

Georg Modlmair hatte 2005 Malawi bereist und die Not der Menschen kennengelernt. Einigen Armen hat er sofort vor Ort geholfen, ja er wurde sogar zum Vater gemacht. „Du bist jetzt mein Vater“, sagte ein junger Mann ohne Eltern. Der neue „Vater“ hat seinen „Sohn“ auch von Deutschland aus lange Zeit unterstützt. Dieser Sohn regte an, auch andere Waisen in seiner Region (ganz im Süden Malawis) zu fördern. So kam es zum ersten Kontakt mit armen Menschen, die sich um Waisen kümmerten.

 

Georg, heute wird er auch „Malawi-Schorsch“ genannt, hatte während seiner Reise auch Kontakte mit  Subsistenz-Landwirten (Kleinst-Landwirte, die sich von dem ernähren, was sie anbauen) geknüpft. Diese schrieben ihm: „Bitte schicke uns Geld, damit wir Kunstdünger kaufen können.“ Schorsch war 2004 Gründungsmitglied des Bio-Verbraucher e.V. gewesen und schickte natürlich kein Geld für Kunstdünger. Als er 2007 eine erneute Malawi-Reise plante,  fragte er mich, ob ich ihn nicht begleiten möchte, um Kleinbauern zu beraten. Ich fuhr mit, und wir besuchten alle Menschen und Einrichtungen, die er 2005 kennengelernt hatte. Auch mich berührten die armen aber fröhlichen Menschen sehr. Wir gaben viele gute Ratschläge. Wieder in Deutschland gründeten wir den gemeinnützigen Verein „Freunde der Malawi-Waisen“, unterstützten ein Waisenprojekt in der Region Mulanje und schickten vier malawische junge Leute nach Kenia, damit sie dort die Bio-Landbau-Methoden studierten. Die zwei weiblichen Studentinnen gingen in Kenia verloren; wir haben nie wieder etwas von ihnen gehört. Die beiden Männer kamen zurück, einer (Patrick Mhone) mit dem Diplom in der Tasche.

 

Das Kindergartenprojekt trägt den Namen „Hope for Missanjo und wurde kräftig ausgebaut: Aus 10 Dörfern strömen täglich viele Waisen, Halbwaisen und Bedürftige in drei Kindertagesstätten, die wir finanziell unterstützen, damit sie den Kindern eine warme Mahlzeit, Bildung und Betreuung bieten können. Wir haben mehrere Grundstücke gekauft, auf denen Bio-Grundnahrungsmittel für die Kinder angebaut werden. Brunnen zur Bewässerung der Felder wurden angelegt und Ställe zur Nutzviehhaltung gebaut. Für Tausende von Kindern konnten wir auf diese Weise in den vergangenen Jahren segensreich wirken.

 

Nach unserer gemeinsamen Malawi-Reise hatte ich für eine Wochenzeitschrift einen Artikel (Afrika – vergessener Kontinent?) geschrieben. (Der Artikel und Bilder unserer Initiativen finden Sie in: Wolfgang Ritter, Initiativen, die die Welt verändern, ISBN 978-3-89979-193-8.) Diesen Artikel las auch eine pensionierte, schwedische Waldorf-Lehrerin, Elisabet Sjöborg. Sie besuchte Schorsch in Breitengüßbach,  reiste mit ihm durch Malawi und war von den Malawiern und unseren Projekten dort sehr angetan.

 

Unsere Grundsätze:

 

Die Malawier müssen ihre Zukunft selber in die Hand nehmen; wir helfen ihnen finanziell auf die Beine senden aber keine „Langnasen“ (weiße Berater) in ihr Land.

 

Jeder Cent, den wir an Spendengeldern erhalten, soll den Armen zugutekommen; der Vorstand in Deutschland arbeitet ehrenamtlich und trägt auch alle Verwaltungskosten.

 

Elisabet Sjöborg und ihr Sohn haben uns bisher großzügig mit Geldmitteln versorgt. Wir haben in der Mitte Malawis ein Grundstück gekauft, auf dem eine Bio-Musterfarm eingerichtet wurde. Patrick Mhone ist der Farm-Manager. Schorsch benannte die Farm „Mother Elizabet Organic Farming“ (MEOF). Mit einigen Mitarbeitern zeigt er in mehrwöchigen Kursen Kleinstlandwirten den biologischen Gemüse-Anbau.  Die Kursteilnehmer werden in Gebäuden, die wir errichten ließen, auf der Farm untergebracht, sie werden verköstigt und zahlen keine Gebühren. Ein Mitarbeiter Patricks leitet Landwirte in der Umgebung auch auf ihren eigenen Feldern im Öko-Landbau an. Dreimal schon haben wir Fortbildungen für Patrick, seinen Bruder Duncan und den HfM-Manager, Amos Chikaonda, in SEKEM/ Ägypten organisiert, damit sie auch biologisch-dynamische Landbau-Methoden in Malawi anwenden können. Damit MEOF künftig autonom wird, haben wir vier Hütten mit fließendem Wasser bauen lassen, in denen Besucher eines nahe gelegenen Wildreservats gegen Bezahlung unterkommen können.

 

Im März 2019 haben wir eine neue Vorstandschaft der Freunde der Malawi-Waisen e.V. gewählt.

Bild v l: L. Ruß, Th. Kuhnlein, W. Ritter, E. Kühnlein, G. Modlmair, M. Hartung, H. Treml-Franz

  •  Die Malawier müssen ihre Zukunft selber in die Hand nehmen; wir helfen ihnen finanziell auf die Beine senden aber keine „Langnasen“ (weiße Berater) in ihr Land.

  • Jeder Cent, den wir an Spendengeldern erhalten, soll den Armen zugutekommen; der Vorstand in Deutschland arbeitet ehrenamtlich und trägt auch alle Verwaltungskosten.